Menschsein

Wir werden geboren, wachsen heran, erreichen die Pubertät, erblühen in Schönheit und Kraft, werden älter und älter – und irgendwann sterben wir. Das liegt in der Natur, das können wir nicht ändern und oft bedauern wir es.

Menschsein heißt auch, sich der Aufgaben und der Fülle der jeweiligen Lebensphasen bewusst zu werden, sich zu entwickeln und die eigene Geschichte zu aktualisieren:

  • Wo stehe ich in diesem Moment meines Lebens?
  • Was macht mich aus, was ist wirklich wesentlich?
  • Welche alte Geschichte über mich will losgelassen werden? Was bindet meine Kraft?
  • Was soll durch mich in die Welt kommen? Wie setze ich meine Stärken und Talente schöpferisch ein?
  • Wie kann ich mich öffnen für die Fülle meines Lebens und die Quellen meiner Kraft?

Dem Ruf des Lebens folgen

Wir glauben zutiefst daran, dass Auf- und Umbruchphasen zum Menschsein gehören. Oft kündigen sie sich leise an. Wir spüren es viel eher, als wir es in Worte fassen können. Es fühlt sich nicht mehr rund an. Oder wir fühlen uns erschöpft und farblos.

Entweder beginnen wir dann uns abzulenken, mehr zu arbeiten, uns noch mehr anzustrengen – oder wir trauen uns hinzuschauen, nachzuspüren, einzutauchen in diesen Ruf aus unserem Inneren. Auch wenn das Neue noch keine klare Gestalt angenommen hat.

In solchen Situationen – wir nennen sie Übergänge – geht es um innere Klärung und Neuausrichtung. Das geschieht kaum en passant im Alltag. Dafür braucht es ein Lösen aus dem Gewohnten, ein Stillwerden, Innenschau. Es braucht ein Anerkennen und Würdigen des bisher Gelebten, und das Erahnen und Erfassen dessen, was jetzt gelebt werden will.

Wenn wir uns den Initiationen des Lebens stellen, gleicht das einem Geben und Nehmen: Ich verabschiede eine alte Geschichte von mir selbst und öffne mich einer passenderen, reiferen, authentischeren Version.

Wir meinen, dafür lohnt es sich zu gehen!